Hugo Gressmann und die religionsgeschichtliche Schule

Finanzierung von Archivforschungen im Deutschen Evangelischen Institut für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes (DEI), Jerusalem

Sascha Gebauer (Berlin)

Hugo Gressmann in der Nähe von Tell Dotan

Hugo Gressmann in der Nähe von Tell Dotan

Das Projekt widmet sich dem Alttestamentler Hugo Gressmann und seinem Programm der Sozial- und Religionsgeschichte. Er gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der religionsgeschichtlichen Schule in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. In seinen Untersuchungen erforschte er den Einfluss der Religionen und Kulturen des Vorderen Orients auf das antike Israel. Wesentliche Impulse für seine Hypothesen erhielt er während eines Forschungsaufenthaltes in Jerusalem. Nach seiner Rückkehr setzte er sich für die Gründung eines Palästina- Museums an jeder Universität ein.

Das Projekt überprüft, inwiefern Gressmanns Hypothesen über die Aufnahme altorientalischer Traditionen in den Texten des Alten Testaments in der heutigen Diskussion fruchtbar gemacht werden können. Gleichzeitig kann in Gressmann ein Pionier interdisziplinärer Forschung und des interreligiösen Dialogs gesehen werden. Unter anderem hat er mit einer Umstrukturierung des Institutum Judaicum Berolinense zu einem schrankenlosen Austausch mit jüdischen Gelehrten beigetragen. Seine Fragestellungen und Methoden können auch im fächerübergreifenden Dialog in der heutigen Forschungssituation weiterführend sein. Mit der Arbeit wird eine Lücke innerhalb der Forschungsgeschichte der Theologie geschlossen, da es bisher keine eigenständige Forschungsarbeit zu Hugo Gressmanns Person und Werk gibt.

Weiterführende Informationen
  • S. Gebauer, Hugo Gressmann als Palästinaforscher, in: ZDPV 129/2 (2013), 217 – 233.

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